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Dokumentation Band 3: 2D-ZEICHNUNGSEDITOR (NB)

Kapitel 3: ERZEUGUNG NEUER FIGUREN


Einleitung

      Figuren bilden die wichtigste Organisationsstruktur innerhalb der
      Zeichnung. Um eine Zeichnung zu beginnen oder zu erweitern, muss man
      neue Figuren erzeugen.

      Es gibt eine Vielzahl von Methoden dazu:

        - Erzeugen einer Grundfigur mit einem Befehl.
          KR3P  KRKR  KRPP  KRPR  KRPW  LINE  POLY  RECK  ZEIG  u.a.

        - Aufrufen einer Figur aus einem Figurenfile. (*)
          FGRE  Menue (k6)

        - Ausfuellen vorhandener Figuren mit Schraffur oder Mustern.
          BLFL  BLSF  FGSF

        - Vervielfaeltigen vorhandener Figuren im MULTI-Modus. (*)
          MULT  MURU  MULM

        - Erzeugen eines Detailauschnitts.
          BLST

        - Vereinigen mehrerer Figuren zu einer einzigen.
          BLFG  FG+F


      Die mit (*) gekennzeichneten Methoden werden in anderen Kapiteln erklaert.


3.1 Grundfiguren Grundfiguren werden aus Befehlen und Eingaben erzeugt. Sie benoetigen dazu keine weiteren Voraussetzungen. Allerdings werden sie von einigen Voreinstellungen des Programms beeinflusst. An Grundfiguren sind vorhanden: Einzellinie ............................ LINE SLIN Zeigerpfeil ............................ ZEIG Linienzug .............................. POLY Freihandlinie .......................... POFL Rechteck ............................... RECK Kreis .................................. KRPP KRPR Kreisbogen ............................. KR3P KRPW Ellipse ................................ EAAB EMAB EMLL Koordinatenkreuz (3D-Ansicht) .......... KRKR Als weitere Grundfiguren sind auch die Textfiguren, die Massfiguren und die Mittellinienfiguren zu erwaehnen. Da sie aber sehr stark Bezug auf ihre besonderen Attribute nehmen, werden sie in den entsprechenden Kapiteln beschrieben. Hier seien nur kurz die wichtigsten Erzeugungs- befehle aus diesen Kapiteln erwaehnt. (NB Kapitel 7. TEXTE) Textfigur setzen ....................... TXST Textfigur an Tabelle anhaengen ......... TXTB Rahmentextfigur setzen ................. TXSR TXMR TXSN ... (NB Kapitel 8. MASSFIGUREN) Masspfeil setzen ....................... MPSK MPX1 MPZ2 ... Massdreieck setzen ..................... MDRA MDRS MDRB Raumsprungquader setzen ................ RSPR (NB Kapitel 6. MITTELLINIEN) Mittellinie eroeffnen .................. MLMB ML-Ast eroeffnen ....................... MLAB
3.1.1 Grundfiguren aus Konstruktionsaufgaben Grundlegende Konstruktionsaufgaben koennen durch Erzeugen neuer Linien und Boegen geloest werden. Die so entstehenden Figuren erfuellen meist noch nicht alle gestellten Anforderungen und werden noch weiter bear- beitet. Linien aus Linien LOTM ... Mittelsenkrechte auf einer Linie errichten LOTP ... Lot auf Linie faellen LTLA ... Strecke teilen nach Abstand LTLZ ... Strecke teilen nach Anzahl WLIN ... Winkelhalbierende zwischen zwei Linien Linien aus Boegen TANG ... Tangente von Punkt an Bogen legen TNEE ... Tangente an zwei Boegen legen Boegen aus Boegen oder Linien KRCR ... verschiedene Konstruktionsmethoden fuer Kreise unter anderem moeglich: - Kreis aus Punkt und tangierendem Kreis oder Linie - Kreis aus Radius und zwei tangierenden Kreisen oder Linien - Kreis aus drei tangierenden Kreisen oder Linien - Kreis zwischen zwei tangierenden Kreisen (bzw. einer Linie) Vorhandene Grafik teilweise uebernehmen TINT ... Bogenteile und Linien nachziehen
3.1.1.1 Laengenangaben bei festem Startpunkt und Richtung Die Befehle SLIN, LOTM und WLIN sowie einige Editierbefehle fragen nach einer Laenge fuer eine Linie, deren Startpunkt und Richtung bereits festliegen. Diese Laenge kann dann als Zahl eingegeben werden oder durch eine Konstruktionshilfe berechnet werden. Die Konstruktionshilfen werden durch Steuertexte angewaehlt, die statt der Laenge eingegeben werden. Der erste Buchstabe des Textes waehlt die Berechnungsmethode aus und der Rest des Textes kann bei einigen Methoden als Eingabeparameter verwendet werden und Abfragen ersetzen. Stehen keine Parameter hinter dem Steuertext oder will die Methode von dort keine lesen, dann werden die noetigen Eingaben abgefragt. STEUERTEXTE FUER ABFRAGETYP (Anfangsbuchstaben): L ... Laenge (kann direkt drangeschrieben werden) Frage: : LAENGE EINGEBEN Eingabe: Zahl Jede Eingabe, die mit einer Ziffer beginnt, gilt auch als Laenge. X ... bis X-Koordinate (X-Wert kann direkt drangeschrieben werden) Frage: : (X) PUNKT EINGEBEN Eingabe: 2D-Koordinate (nur X bedeutsam) Y ... bis Y-Koordinate (Y-Wert kann direkt drangeschrieben werden) Frage: : (Y) PUNKT EINGEBEN Eingabe: 2D-Koordinate (nur Y bedeutsam) H ... bis zur naeheren der beiden Koordinaten eines Punktes Frage: : (H) PUNKT EINGEBEN Eingabe: 2D-Koordinate R ... so nahe wie moeglich an einen Punkt herangehen Frage: : (R) PUNKT EINGEBEN Eingabe: 2D-Koordinate G ... Schnitt mit Linie (zur Geraden ausgedehnt) Frage: : (G) LINIE IDENTIFIZIEREN Eingabe: Linie identifizieren K ... Schnitt mit Kreis- oder Ellipsenbogen Frage: : (K) ELEMENT IDENTIFIZIEREN Eingabe: Bogenelement identifizieren ? ... diese Liste auf dem Meldungsdrucker ausgeben
3.2 Ausfuellungen Jede Grundfigur erhaelt einen Umriss. Er legt den Bereich fest, der als Inneres der Figur gelten soll. Dieser Umriss wird von einigen P-Punkten der Figur aufgespannt. Er folgt meist den sichtbaren Linien und kann offen oder geschlossen sein. Zusammengesetzte Figuren oder Bloecke von Figuren haben einen Umriss, der durch das Aneinanderfuegen der Einzelumrisse entsteht. Geschlossene Umrisse sind dabei autark. Offene dagegen versuchen Anschlussumrisse zu finden und sich so gemeinsam zu schliessen. Bleiben beim Gesamtumriss Luecken, so werden sie durch willkuerliches Schliessen der Einzelumrisse beseitigt. Der Gesamtumriss einer Figur oder eines Blocks kann mit Linien schraffiert werden. Dabei wird die Farbe und Strichelung von der Vorein- stellung PNLT uebernommen. Der Linienabstand ist frei waehlbar. FGSF BLSF Man kann auch den Gesamtumriss eines Blocks mit einem Muster fuellen lassen. Als Vorlage des Musters dient dabei die Strichgrafik einer vor- handenen Figur. Sie wird innerhalb des Umrisses so oft nebeneinanderge- setzt, wie es geht. Die Abstaende sind frei waehlbar. BLFL Umrisse koennen automatisch um Gebiete gelegt werden, die von Linien be- grenzt sind. Dabei werden auch Linienschnittpunkte beruecksichtigt. RAND Solche Gebiete koennen auch ohne vorherige Umrissbestimmung schraffiert werden. RNSF ... Gebiet schraffieren RESF ... Ecke eines Gebiets schraffieren
3.3 Detailausschnitt Als Detail der vorhandenen Zeichnung kann ein rechteckiges Stueck herauskopiert, verschoben und vergroessert werden. Es schafft sich dann an seiner neuen Position einen freien Untergrund, indem es alle Linien und Texte innerhalb seines Rahmens entfernt. BLST
3.4 Vereinigen von Figuren Figuren halten ihre Bestandteile zusammen. Fuer die taegliche Arbeit sind Zusammenstellungen noetig, die aus mehreren Grundfiguren bestehen. Man kann diese neu gebildeten Figuren in einen Figurenfile speichern (zB. ein Armaturensymbol mit Beschriftung und Material). Ein anderer Grund, eine Figur zu bilden, ist die Datenorganistation in der Zeichnung. Alle Daten, die beisammen bleiben sollen und ihre Be- ziehung zueinander nicht aendern duerfen, sollte man in einer Figur vereinigen. (zB. Ein individueller Apparat mit Datentexten, Beschriftung und Material.) Beim Vereinigen werden verschiedene B-Punkte auf der gleichen Koordinate zu einem einzigen zusammengefasst. Ebenso gleichlautende Groessen. Materialzeilen dagegen werden nicht summiert. Auch alle anderen Bestand- teile der beteiligten Figuren werden einfach nur aneinandergesetzt. Nach dem Vereinigen ist eine Figur auf jeden Fall "mehrfarbig", auch wenn sie nur in einer Farbe eingefaerbt ist. Die Konsequenz ist, dass solche Figuren sich beim Aufruf aus einem Figurenfile nicht entsprechend PNLT einfaerben. Sie lassen sich aber mit FG1F nach dem Vereinigen in "einfarbige" umwandeln. Nach dem Vereinigen sind die beteiligten Einzelfiguren verschwunden. Speichern Sie daher vorher ab oder kopieren Sie die Figuren im MULTI- Modus, wenn Sie sie hinterher noch einzeln benoetigen. Man kann die Figuren eines Blocks zu einer zusammenfassen, oder die die beteiligten Figuren einzeln identifizieren. BLFG FG+F
3.5 Voreinstellungen Bei Grundfiguren, Umrissfuellungen und "einfarbigen" Figuren aus Figuren- files erscheint die Strichgrafik in der Farbe und Strichelung aus PNLT. Textfarben und Groessen legt TXDS fest. MULM bestimmt, ob Materialzeilen beim Vervielfaeltigen von Figuren eben- falls kopiert werden sollen. Das ist bei Detailausschnitten von Rohr- plaenen meist nicht erwuenscht. Fuer Kreise und Kreisboegen, die als Grundfiguren gesetzt werden, kann die Zahl der P-Punkte pro Vollkreis eingstellt werden. KRDT Ueblicherweise aendert sich die Zahl der P-Punkte mit der Groesse des Kreises bis auf das Dreifache bzw. ein Drittel der festgelegten Zahl. Die Einstellung gilt dann gerade fuer Kreise mit 6 mm Radius. Man kann aber diese Anpassung ausschalten um genau die festgelegte Anzahl von P-Punkten zu erhalten. KRTU Die Freihandlinie entscheidet selbst, wann ein Punkt als digitalisiert gilt und in den entstehenden Linienzug uebernommen wird. Diese Entscheid- ung wird anhand der seit der letzten Uebernahme verstrichenen Zeit und der Entfernung des Cursors vom letzten uebernommen Punkt bestimmt. Die Parameter dieser Entscheidung koennen eingestellt werden. FHDP